Demenzberatung

Informationen zur Demenz

Was ist eine Demenz?

Demenz [zu lat. de- >abnehmend<, mens- >Verstand<], kommt aus dem Lateinischen und bedeutet, dass der Verstand durch das Absterben von Nervenzellen und ihren Verbindungen abnimmt sowie ein chronisch fortschreitender Abbau der Hirnmasse (Hirnatrophie) zum Verlust früherer Denkfähigkeit führt. Damit von einer Demenz gesprochen werden kann, müssen eine Reihe von Kriterien nach dem DSM IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) Klassifikationssystem erfüllt sein. Als erstes muss eine Gedächtnisstörung mit einer geminderten Funktion von langfristiger Dauer (mind. 6. Monate) vorhanden sein. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Betroffenen an ihrer eigenständigen Lebensführung erheblich beeinträchtigen. Als besonders erschwerend gilt für die Betroffenen das Erlernen und Behalten von neuem Wissen sowie das Abrufen von vorhandenem Wissen. Zudem muss mindestens eine der nachfolgenden Störungen vorhanden sein um von einer Demenz sprechen zu können:  Eine Sprachstörung (Aphasie), eine motorische Störung (Apraxie) oder eine Erkennungsstörung (Agnosie) d.h. dass beispielsweise Gegenstände nicht erkannt werden können, sowie eine Störung der Exekutivfunktionen, damit ist eine Störung des Organisieren und Strukturierens von Tätigkeiten gemeint.

Formen der Demenz

Bei der Demenz wird zwischen zwei Typen unterschieden, der primären und sekundären Demenz.

Von einer primären Demenz wird gesprochen, wenn es sich um eine Erkrankung des Hirnes handelt. Auf diese Krankheitsursache lassen sich schätzungsweise 80-90% aller Demenzen zurückführen. Die primären Demenzen sind irreversibel und können nicht stagnieren. Von der primären Demenz ausgehend kann zwischen zwei weiteren Formen der Krankheit unterschieden werden: Der degenerativen und vaskulären Demenz. Die Demenz mit dem höchsten Bekanntheits- und Verbreitungsgrad ist die von dem degenerativen Typ abstammende Alzheimer-Krankheit. Sie ist für ungefähr 60-70% aller Demenzen verantwortlich. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Störung des episodischen Gedächtnisses. Neue Ereignisse werden kurzerhand vergessen, ältere dagegen bleiben längerfristig erhalten.

Der Prozess ist schleichend, mit zunehmender Krankheit werden immer mehr Gehirnfunktionen beschädigt wie auch der Hippocampus. Dieser wird ziemlich früh beeinträchtigt und ist von besonderer Bedeutung für das Gedächtnis und die gezielte Weiterleitung von Informationen in andere Hirnareale. Das erklärt, warum die ersten Anzeichen und Frühsymptome für die Alzheimer-Krankheit Vergesslichkeit und Wortfindungsprobleme sind. Im weitesten Sinne ist der Grund für die Entstehung der Alzheimer Krankheit unbekannt, gewiss ist jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit an ihr zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt.

Eine weitere Demenz vom degenerativen Typ ist die Lewy-Körper-Demenz, die der Alzheimer-Krankheit sehr ähnelt. Sie ist für ca. 10-15% aller Demenzen verantwortlich. Sie wird charakterisiert durch „[…]Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, Sprache und visuell-räumlichen Fähigkeiten, leichte Parkinson-Symptomatik mit Gangstörung und Sturzneigung sowie optische Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Depressionen.“.

Die frontotemporale Demenz, auch unter der Pick-Krankheit bekannt, ist für ca. 15% der Demenzen verantwortlich und tritt bereits größtenteils vor dem 60. Lebensjahr auf. Sie charakterisiert den Abbau bzw. das Absterben der Zellen im vorderen Hirnarsenal. Dieser Bereich im Gehirn ist für das Sozialverhalten, die Gefühle und Persönlichkeitsmerkmale zuständig. Aufgrund der daraus resultierenden Verhaltensauffälligkeiten lässt sich diese Krankheit bereits sehr früh feststellen.

Als vaskuläre Demenz wird eine Krankheit bezeichnet, die dadurch entsteht, dass bestimmte Hirnregionen aufgrund von verstopften Blutgefäßen nicht genügend Sauerstoff oder Nährstoffe erhalten. An dieser Form der Demenz leiden ca. 10% aller Betroffenen. Die Krankheit tritt oft plötzlich auf, beispielsweise nach mehreren kleinen Schlaganfällen und verschlechtert sich häufig abrupt. Sie äußert sich in Form von neurologisch deutlich ausgeprägten Herdsymptomen. Typisch für diese Krankheit sind u.a. plötzlich auftretende starke Stimmungsschwankungen. Begünstigt wird die vaskuläre Demenz neben dem Alter durch das Rauchen, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.

Der zweite zuvor erwähnte Demenztyp stellt die sekundäre Demenz dar. Bei den sekundären Demenzen liegt die Ursache nicht im Hirn selbst, sondern in anderen Körperbereichen und -organen, die zur Fehl- oder Mangelversorgung im Hirn führen. Wird die auslösende Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, besteht eine Aussicht auf Heilung. Diese Demenzform ist jedoch die einzige, die geheilt werden kann. Es gibt viele Ursachen für sekundäre Demenzen, unter anderem Erkrankung der Schilddrüse, Gehirntumor, Gehirnblutung, Vitaminmangelkrankheiten, chronische Leber- oder Nierenerkrankungen und Medikamententoxikationen.